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Karfreitag 2021 - Stationen der Wallfahrt in Ransbach-Baumbach - Kleider machen Leute

In diesem Jahr ist eine Fußwallfahrt zu Karfreitag aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich. Um dennoch die Stationen rund um die Fußwallfahrt zu erleben, können Sie die einzelnen Stationen per Video anschauen. Die Texte zum Mitbeten finden Sie im entsprechenden Klappmenü unter dem Video.

Hinweis: Bevor Sie die Videos anschauen und mitbeten können, müssen Sie auf "Inhalte anzeigen" klicken. 

Die Videos können auch direkt auf YouTube am Stück unter folgendem Link geschaut werden:

https://www.youtube.com/playlist?list=PL2fpdIzSHXaURENdhy_OPEg3GYoajZv_b

Video | 1. Station | Marienkapelle in Baumbach

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1. Station - Marienkapelle in Baumbach

Eröffnung

L       Guten Morgen und ein herzliches Willkommen.

Wir sind unterwegs zu Gott; allein schon dieser Umstand verleiht jedem Tag und jeder Stunde ihren Sinn. (Georg Maser)

 

Beginnen wir im Zeichen unseres Glaubens:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

A       Amen.

 

Morgengebet

L       Die Kraft des Menschen ist das Gebet.

Beten ist Atem holen aus Gott.

Beten heißt, sich Gott anvertrauen.

Das Gebet ist das Herz christlichen Lebens. (Dietrich Bonhoeffer)

So lasst uns gemeinsam ein Morgengebet beten:

A       Gott, zu Dir rufe ich in der Frühe des Tages.

Hilf mir beten und meine Gedanken zu sammeln hin zu Dir;

ich kann es nicht allein.

In mir ist es finster, aber bei Dir ist das Licht;

ich bin einsam, aber Du verlässt mich nicht;

ich bin kleinmütig, aber bei Dir ist die Hilfe;

ich bin unruhig, aber bei Dir ist der Friede;

in mir ist Bitterkeit, aber bei Dir ist Geduld;

ich verstehe Deine Wege nicht,

aber Du weißt den Weg für mich. Amen.

 

Kyrie

V       Wenn ich von Jesu Leiden höre, frage ich mich, was wohl die Menschen an seinem Leidensweg und unter dem Kreuz für Gedanken und Empfindungen hatten: Gefühle der Genugtuung, Gedanken der Freude, der Selbstgerechtigkeit, der Überlegenheit, vielleicht des Mitleids, der Machtlosigkeit oder gar Schuldgefühle. Wer weiß das schon; sei es dahin gestellt.

Aber was ich empfinde, wenn mir bewusst wird, dass ich gesündigt und Schuld auf mich geladen habe, weiß ich sehr genau: ich fühle mich höchst unwohl; spüre, wie meine Schuld mich bedrückt, wie sie mich nicht mehr los lässt.

 

L       Schuldgefühle sind wie ...

...Laufen im tiefen Schlamm,

...Sich verfangen in Netzen,

...Gehen in dunklen Räumen,

...Ersticken an der eigenen Unfähigkeit.

Schuldgefühle sind wie...

...das Warten auf etwas, was nicht kommen darf,

...das Tragen einer Last, die ich nicht abladen kann.

Herr, vergib uns unsere Schuld! (Sylke-Maria Pohl)

V       Alles, was uns ungelöst auf der Seele liegt halten wir Jesus hin und bitten um sein Erbarmen.

A       Herr Jesus Christus, ich vertraue fest darauf, dass Du mich, von Schuld befreit, wandeln kannst hin zum Guten. Ich bitte dich, wandle mich und lass mich in meiner Todesstunde mit Dir im Paradiese sein. Amen.

 

Impulsgedanke

L       Wir beten Dich an Herr Jesus Christus und rufen zu Dir:

A       Mein Jesus!

Die Last des Kreuzes lag auf Deinen Schultern.

Gib mit die Kraft zu tragen, was ich tragen kann.

Gib mir die Ausdauer, meine Last zu tragen, wenn ich aufgeben will.

Hilf mir, wenn ich unter meiner Last schwanke.

Bewahre mich vor Verzweiflung.

Bewahre mir den Glauben: Im Kreuz ist Erlösung.

Gepriesen bist Du Herr Jesus Christus.

Denn durch Dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V       Wir treffen uns seit vielen Jahren am Karfreitagmorgen, um uns an den Leidensweg Jesu zu erinnern.

Bei all dem endlosen Schrecken mag es befremdlich klingen, dass am heutigen Morgen Kleidung in den Mittelpunkt der Betrachtung rückt.

Kleidung prägt die Identität eines Menschen mit, kann Ausdruck seiner Persönlichkeit wie auch seiner Stellung in der Gesellschaft sein. Ein gepflegtes Äußeres sagt uns ein wenig über einen Menschen; trendige Kleidung hat gerade in der jungen Generation einen hohen Stellenwert.

Das Märchen von des Königs neuen Kleidern - wer kennt es nicht. Und spricht nicht der Volksmund davon, dass "Kleider Leute machen"?

 

 

 

Bekleidet zu sein ist ebenso wichtig wie das tägliche Brot. Dies war zu allen und gewiss auch zu Jesu Zeiten so.

Biblische Bilder und Überlieferungen, die uns das Glaubensverständnis verdeutlichen, bedienen sich der Kleidung: "Ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben, heißt es im Evangelium nach Matthäus oder denken wir an den Heiligen Martin, der seinen Mantel mit einen Bettler teilte.

Gerade in der biblischen Leidensschilderung erlangen Kleidungsstücke Bedeutung, haben in gewisser Weise eine hervorgehobene Stellung, die wir näher betrachten wollen. Die Sache mit der Kleidung beginnt bereits am Abend vor dem Leiden beim Abendmahl mit seinen Jüngern und endet in seiner Todesstunde mit einem Würfelspiel.

 

Gebet

A       Herr, Du bist uns in deiner Liebe und Hingabe vorangegangen, hilf      mir, dass ich Dir darin folgen kann.

Hilf mir dabei, meine Ansprüche zurückzustellen.

Schenke mir die Gabe der Demut.

Das ich mich nicht wichtiger fühle als andere.

Das ich nicht mehr verlange als ich gebe.

Nicht mehr geliebt werden möchte als ich liebe.

Nicht mehr Trost bekommen will als ich selber tröste.

Das ich nicht mehr Verzeihung erwarte als ich anderen verzeihe. Amen.

Video | 2. Station | Weggabelung im Wald

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2. Station - Wegegabelung im Wald

 

L       Wir beten Dich an Herr Jesus Christus und rufen zu Dir:

A       Mein Jesus!

Die Last des Kreuzes lag auf Deinen Schultern.

Gib mit die Kraft zu tragen, was ich tragen kann.

Gib mir die Ausdauer, meine Last zu tragen, wenn ich aufgeben will.

Hilf mir, wenn ich unter meiner Last schwanke.       

Bewahre mich vor Verzweiflung.

Bewahre mir den Glauben: Im Kreuz ist Erlösung.

Gepriesen bist Du Herr Jesus Christus.

Denn durch Dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

Impulsgedanke

V       Gemeinschaft mit Jesus Christus geschieht im Dienst am Nächsten.

 

Schrifttext

L       Der Abschied Jesu von seinen Jünger beginnt beim Evangelisten Johannes mit dem Bericht über die Fußwaschung: Hören wir, was niedergeschrieben steht:

V       Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung.

Es fand ein Mahl statt. Jesus, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch.

Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.

Joh. 13, 1-5 (gekürzte Fassung)

 

Gedanken zur Schrift

L       Mehr Füße waschen als den Kopf.

Kleider machen Leute heißt es.

Was wir anziehen, drückt was aus. Unsere Kleidung spricht.

Sagt etwa   s darüber, wer wir sind und was wir tun.

Dienstkleidung zum Beispiel macht aus einem Menschen einen Sanitäter, eine Ärztin, eine Krankenschwester, einen Piloten.

So erkennt man Polizei und Feuerwehr von weitem schon.

Uniform formt und informiert.

Eine besondere Uniform ist die Schürze.

 

Frau und Mann tragen sie über der Kleidung vor Bauch und Brust gebunden zum Schutz bei der Arbeit im Haushalt oder als Köche, Bäcker, Kellner, Metzger, Schmiede oder Reinigungskräfte.

Die Schürze ist die Uniform des Handwerks und des Fleißes schlechthin.

Sie ist so alt wie die Menschheit.

Sehr eindrucksvoll finde ich den Augenblick der Passionsgeschichte, in dem Jesus sich ein Leinentuch als Schürze umbindet. Die Bibel sagt, das sei vor dem letzten gemeinsamen Abendessen geschehen.

Da kommen sie alle zusammen, die eng mit Jesus verbunden sind.

Und wenn man in der jüdischen Kultur einen Raum betritt, um zusammen zu essen, muss man sich zuerst waschen. Vor allem die Füße.

Und das macht in der Regel ein Diener.

Aber hier passiert etwas anderes:

Jesus bindet sich eine Schürze um und legt selbst Hand an und beginnt damit, seinen Jüngern die Füße zu waschen.

Sensationell.

Entsprechend verwundert sind seine Jünger auch. Ja, Petrus will sich sogar verweigern, weil er spürt, dass es umgekehrt sein müsste.

Aber Jesus lässt sich nicht beirren und macht damit deutlich, wie er gerne unseren Umgang miteinander hätte. Dass wir nämlich einander weniger denKopf waschen, sondern doch öfter die Füße.

Aber Achtung! Das ist nicht so einfach.

Das ist keine Kleinigkeit, sondern eine große Geste.

Papst Franziskus macht es bis heute. In dieser Woche auch.

Dienstleistung der besonderen Art ist gefragt.

Das hat Hand und Fuß. (nach einer Vorlage von Pfr. Ludwig Burgdörfer)

 

Stille

 

Gebet

L       Der sich hier niederbeugt, hat das nicht nötig.

Er tut es aus eigenem Antrieb, übernimmt den niedrigsten Dienst freiwillig.

Sich niederbeugen, nicht auf seiner Rolle zu beharren, dem anderen sich zuwenden, sich klein machen, dienen ... !

Wer mag das schon?

Es ist so schwer, es dem Herrn gleich zu tun. Doch sein Beispiel gilt.

Unwiderruflich.

Für mich, für dich.

 

Fürbittengebet

L       Jesus, im Fürbittengebet wenden wir uns Dir zu und bitten:

A       Jesus, mit deinem Gebot, meinen Nächsten zu lieben wie mich selbst, hast Du mich unmissverständlich aufgefordert, für meine Mitmenschen da zu sein, sie zu achten und ihnen vorbehaltlos zu dienen.

Jesus, dein Weg zeigt mir, dass ich nur dort, wo ich den Gebeugten und Beladenen dieser Zeit beistehe, Gemeinschaft mit Dir finde.

 

So bitte ich Dich:

Lehre mich besonnen und beständig in meinem Tun zu sein.

Lehre mich anderen zuzuhören, die mit ihren Sorgen zu mir kommen.

Lehre mich mutig zu sein um dem Nächsten beizustehen zu können.

Lehre mich durch Not wendende Taten hilfreich zu sein.

Lehre mich ein wohltuender Wegbegleiter der mir anvertrauten Menschen zu sein.

Lehre mich offen zu sein für die Vielfalt des Lebens.

Lehre mich besonders dort zu dienen, wo mein Dienst nötig ist.

Lehre mich gerade dann Diener zu sein, wenn es mir am Schwersten fällt.

So bitte ich Dich, Jesus, lehre mich den Weg deiner Liebe zu gehen, wo auch immer er mich hinführen mag.

Amen.

Video | 3. Station | Erlenhofkapelle in Ransbach

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3. Station - Erlenhofkapelle

 

L       Wir beten Dich an Herr Jesus Christus und rufen zu Dir:

A       Mein Jesus!

Die Last des Kreuzes lag auf Deinen Schultern.

Gib mit die Kraft zu tragen, was ich tragen kann.

Gib mir die Ausdauer, meine Last zu tragen, wenn ich aufgeben will.

Hilf mir, wenn ich unter meiner Last schwanke.

Bewahre mich vor Verzweiflung.

Bewahre mir den Glauben: Im Kreuz ist Erlösung.

Gepriesen bist Du Herr Jesus Christus.

Denn durch Dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

Impulsgedanke

V       Du sollst nicht Falsches gegen deinen Nächsten aussagen. Mose 5,20

 

Schrifttext

L       Endlich haben sie diesen unbelehrbaren Jesus ihn in ihrer Gewalt. Jetzt kann dieser Störenfried aus dem Weg geräumt werden.

Der Prozess rollt an. Unerbittlich. Kein Preis ist zu hoch. Gekaufte Zeugen, manipulierte Menschen. Jetzt muss es gelingen, Jesus ans Kreuz zu bringen.

Hören wir, was im Evangelium nach Matthäus niedergeschrieben steht:

V       Der Hohepriester stand auf und fragte Jesus: Willst du nichts sagen zu dem, was diese Leute gegen dich vorbringen? Jesus aber schwieg.

Darauf sagte der Hohepriester zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, sag uns: Bist du der Christus, der Sohn Gottes?

Jesus antwortete: Du hast es gesagt.

Doch ich erkläre euch: Von nun an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen.

Da zerriss der Hohepriester sein Gewand und rief: Er hat Gott gelästert!

Matt, 25, 40

 

Gedanken zur Schrift

L       Kleider machen Leute.

Aber manchmal machen Leute auch was mit Kleidern.

Wenn zum Beispiel jemand sein letztes Hemd gibt. Dann heißt das so viel wie: Da bringt sich jemand wirklich ein.

In der Leidensgeschichte Jesu, macht auch jemand was mit seinen Kleidern.

Er zerreißt sie – und zwar ganz und gar.

Die Bibel erzählt, dass Jesus verhaftet und zuerst zu der höchsten jüdischen Instanz, dem Hohenpriester, gebracht wird.

Dort treten allerhand falsche Zeugen auf, die sagen gegen Jesus aus, aber nichts wird vorgebracht, was zu verurteilen wäre.

Schließlich geht es um die entscheidende Frage, ob Jesus nämlich von sich behauptet, der Messias zu sein, der Heilsbringer, der die Welt rettet und den Himmel auf Erden schafft, ob er der ist, auf den das Volk wartet schon ewig und immer.

Also fragt der Hohepriester: „Bist Du der Christus, der Sohn Gottes?“

Und Jesus antwortet: „Du sagst es.“

Da zerreißt es den Priester schier, er verliert die Fassung, er ist außer sich, er wird rasend und wütend und zerreißt vor aller Augen seine Kleider.

Das ist in der jüdischen Kultur eine demonstrative Ansage.

Da steckt Zorn, Wut, Entsetzen und absolute Distanz drin.

Das verstehen alle.

Alle warten zwar seit Generationen auf den kommenden Messias, aber dass er vor ihnen stehen könnte, das geht ihnen dann aber doch zu weit.

Wenn Jesus die Lösung sein soll, dann wollen sie doch lieber das Problem behalten - und weiter im Warteraum der Zukunft der Dinge harren, die da kommen sollen - irgendwann.

Jesus ist der Christus!

Das wird später die erste und bedeutendste Bekenntnisformel der Christen werden. Das ist die Grundlage für den neuen Glauben, an einen, der sein letztes Hemd gibt für seine Leute, damit sie spüren und verstehen, dass Gott Liebe ist und bei seinen Menschen wohnen will.

(nach einer Vorlage von Pfr. Ludwig Burgdörfer)

Stille

Gebet

L       Jesus, mit deinem Gebot, meinen Nächsten zu lieben wie mich selbst, hast du mich unmissverständlich aufgefordert, vorbehaltlos für meine Mitmenschen da zu sein, sie zu achten, sie zu lieben.

Du weißt, wie schwer ich mich damit tue, wie wenig es mir gelingt, meine Vorurteile und Vorbehalte anderen Menschen gegenüber zu überwinden.

Jesus, Deinem Vorbild folgend, lass uns Menschen und auch mich immer mehr fähig werden, miteinander zu leben, aneinander zu glauben, zueinander zu stehen, füreinander da zu sein und einander zu lieben.

Amen.

 

Fürbittengebet

L       Jesus, im Fürbittengebet wenden wir uns Dir zu und bitten:

A       Herr

lass mein Wollen

mit Deinem Wollen

im Einklang sein

lass mein Wirken

mit Deinem Wirken

geltend werden

lass mich

beständig

bereit sein

für Dich zu arbeiten

lass mich

zielstrebig werden

nach Dir ausgerichtet

sodass ich

kein falsches Zeugnis gebe

wider meinen Nächsten.

Hilf mir

in Demut und Ohnmacht

vor Dir und

vor der Welt

den Weg zu gehen

den Du mir weist. (Christine Fellner)

Video | 4. Station | Stalingradmadonna

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4. Station - Stalingradmadonna

 

L       Wir beten Dich an Herr Jesus Christus und rufen zu Dir:

A       Mein Jesus!

Die Last des Kreuzes lag auf Deinen Schultern.

Gib mit die Kraft zu tragen, was ich tragen kann.

Gib mir die Ausdauer, meine Last zu tragen, wenn ich aufgeben will.

Hilf mir, wenn ich unter meiner Last schwanke.

Bewahre mich vor Verzweiflung.

Bewahre mir den Glauben: Im Kreuz ist Erlösung.

Gepriesen bist Du Herr Jesus Christus.

Denn durch Dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

Impulsgedanke

V       Amen, Amen das sage ich euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Matt, 25, 40

 

Schrifttext

L       Jesu ist auf seinem Leidensweg unentwegt allem Hohn und Spott der Menschen ausgeliefert. Fürstlich gekleidet - fürstlich verspottet.

Hören wir, was niedergeschrieben steht:

V       Darauf nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln.

Die Soldaten flochten einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf das Haupt und legten ihm einen purpurroten Mantel um. Sie traten an ihn heran und sagten: Sei gegrüßt, König der Juden! Und sie schlugen ihm ins Gesicht.

Pilatus ging wieder hinaus und sagte zu ihnen: Seht, ich bringe ihn zu euch heraus; ihr sollt wissen, dass ich keine Schuld an ihm finde.

Jesus kam heraus; er trug die Dornenkrone und den purpurroten Mantel. Pilatus sagte zu ihnen: Seht, der Mensch! Joh. 19, 1-5

 

Gedanken zur Schrift

L       Kleider machen Leute.

Machen Leute groß, bedeutsam, erhaben. Oder machen Leute klein, armselig, unterlegen. So kann man den Bettler vom König unterscheiden, den Sträfling vom gemachten Mann.

Ganz bitter wird es, wenn Kleider dazu benutzt werden, zu verspotten.

Dann zieht man einem Menschen etwas an und ihn damit auf. Dann umhüllt man ihn scheinbar mit Insignien der Macht, stellt ihn aber damit bloß.

Die Dornenkrone ist so ein Zeichen der Verachtung. Aber auch der Purpurmantel.

Beides, so erzählt die Bibel, ziehen sie Jesus an, nachdem klar ist,

dass er ans Kreuz muss.

Nur hohe Würdenträger tragen Purpur.

Bei dieser Krönung aber, die man Jesus antut, wird das Hoheitszeichen zum Ausdruck für das Leid.

Und sie haben einen Heidenspaß dabei, ihn vor allen damit zu verhöhnen.

„Gegrüßet seist Du, Judenkönig!“ rufen sie ihm zu und schlagen ihn dabei.

Wer mit Lust grausam ist, wird zum Unmenschen. Und niemand widerspricht, niemand protestiert, gebietet Einhalt, verhindert Schlimmeres.

In den Folterkammern dieser Welt hat sich seit damals nichts geändert.

Da sitzt Jesus noch immer und immer wieder in Gestalt derer, die seine geschundenen Schwestern und Brüder sind und unsagbares Leid ertragen müssen, mit Dornenkrone und Purpurmantel in allen Variationen.

Die Passion passiert bis heute.

Die Leidensgeschichte Jesu ist unendlich, wie es scheint.

Obwohl das Verbot der Folter seit 1948 gilt, Verschonung vor Folter also ein unveräußerliches Menschenrecht ist, findet sie dennoch statt in unzähligen Ländern dieser Welt. Im Verborgenen geschieht das meist, um einzuschüchtern und zu demütigen. Daran werden Opfer und Täter krank.

Die Passionszeit sollte auch zur Zeit des Protestes werden.

Gegen Demütigungen und Folter.

Das können wir überall beginnen, wo wir miteinander leben.

Respektvoll und fürsorglich werden wir untereinander einüben, wie Hohn und Spott unter uns verschwinden. (nach einer Vorlage von Pfr. Ludwig Burgdörfer)

Stille

Gebet

L       Jesus, wehrlos stehst Du vor den Vertretern weltlicher Macht. Für sie bist Du nichts als ein Aufrührer, der ihre Kreise stört. Auch heute ist dort, wo der Mensch skrupellos über den Menschen herrscht, Verderben und Tod.

Wir bitten dich für alle Menschen, die Opfer werden, weil zu viele ihre Hände in Unschuld waschen und zu wenige dagegen aufstehen und dies anklagen.

 

Fürbittengebet

L       Beten wir in dem Bewusstsein, dass besonders wir Christen aufgerufen sind, die Missstände unserer Zeit beim Namen zu nennen.

V       Wo Mächtige ihre Macht missbrauchen:

A       Herr, lass mich dies beim Namen nennen.

V       Wo Unrecht zu Recht gewandelt wird: A Herr, lass .....

V       Wo Unwahrheit zur Wahrheit verbogen wird: A Herr, lass .....

V       Wo Unterdrückung als Befreiung dargestellt wird: A Herr, lass .....

V       Wo Zerstörung als Fortschritt gepriesen wird: A Herr, lass .....

V       Wo Unfreiheit als Freiheit bezeichnet wird: A Herr, lass .....

V       Wo Dunkelheit als Licht dargestellt wird: A Herr, lass .....

V       Wo Ausgrenzung statt Menschlichkeit herrschen: A Herr, lass .....

V       Wo der Mensch den Menschen mit Hohn und Spott überzieht:

A       Herr, …

V       Wo Leben mit dem Tod bedroht wird: A Herr, lass .....

V       Wo Menschenrecht gebrochen wird: A Herr, lass .....

V       Herr Jesus Christus, ...

A       öffne mir Augen und Ohren, löse meine Lippen, befreie meine Hände und bereite mein Herz, damit ich in allen Geschöpfen Dich sehen möge und durch meine handelnde Liebe zum Nächsten Dich lobe, Dich preise, Dich ehre und bezeuge heute und alle Tage bis zur Vollendung in Dir. Amen.

Video | 5. Station | Evangelische Kirche in Ransbach

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5. Station - ev. Kirche Ransbach

 

L       Wir beten Dich an Herr Jesus Christus und rufen zu Dir:

A       Mein Jesus!

Die Last des Kreuzes lag auf Deinen Schultern.

Gib mit die Kraft zu tragen, was ich tragen kann.

Gib mir die Ausdauer, meine Last zu tragen, wenn ich aufgeben will.

Hilf mir, wenn ich unter meiner Last schwanke.

Bewahre mich vor Verzweiflung.

Bewahre mir den Glauben: Im Kreuz ist Erlösung.

Gepriesen bist Du Herr Jesus Christus.

Denn durch Dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

Impulsgedanke

L       Wer hat sich als Nächster erwiesen an dem, der unter die Räuber fiel?

 

Schrifttext

L       Jesus, dem Tode nahe am Kreuz. Doch Schmach und Demütigung nehmen auch jetzt noch kein Ende. Jesus, das letzte Hemd gegeben - jetzt nackt und bloß - ganz würdelos.

Hören wir, was beim Apostel Johannes niedergeschrieben steht:

V       Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen.

Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war. Sie sagten zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll.

So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies führten die Soldaten aus.

Joh19, 23-24

 

Gedanken zur Schrift

L       Jesus gibt sein letztes Hemd.

Kleider machen Leute- auch hässlich. Manchmal.

Hässlich finde ich nämlich das, was die Soldaten, die bei der Kreuzigung Jesu dabei gewesen sind, was die dann tun, nachdem ihr Auftrag ausgeführt ist. Sie reißen sich nämlich um die Kleider.

Das Einzige, was Jesus wohl hinterlässt, ist das Kleid, das er anhat.

Das LeidKleid.

Man hat es ihm ausgezogen.

Und nun wollen es die Soldaten unter sich aufteilen. Und sie würfeln darum.

Es ist nämlich wertvoll. Denn es ist aus einem Stück Stoff. Das ist etwas Besonderes. So wertvolle Sachen trägt sonst nur der Hohepriester.

Und jetzt wird gewürfelt um den Heiligen Rock, denn es wäre zu schade, das kostbare Stück zu zerteilen. Es kann also nur einer bekommen.

Mal sehen, wie die Würfel fallen…!

Die Szene der Leidensgeschichte ist einigermaßen grotesk, ja, sie ist einfach hässlich: Während nämlich da oben am Kreuz einer hängt und einsam stirbt, sitzen da unten welche und würfeln sich was.

Sie machen natürlich nichts falsch. Sie tun nur das, was Recht ist.

Denn nach geltendem römischen Recht gehört den Henkern das letzte Hemd der hingerichteten Übeltäter.

Dieses LeidKleid aber gehört eigentlich uns allen.

Sein letztes Hemd hat Jesus für alle gegeben, indem er alle Stationen des Leidens und Sterbens für uns durchschritten hat.

Die Würfel sind gefallen. Wir sind das schwere Los los.

Denn sein LeidKleid zieht uns alle an.

Er ist ja der wahre Hohepriester, der die Verbindung zu Gott für uns herstellt, eine Verbindung, die über Leid und Tod hinaus bestehen bleiben soll.

Kein Leiden soll mehr nackt und bloß dastehen, alle sollen eingehüllt sein.

Für jedes Leid ein Kleid.

Sein LeidKleid - unsere HoffnungsKleid.

(nach einer Vorlage von Pfr. Ludwig Burgdörfer)

 

Stille

 

Gebet

L       Jesus, Dein so bitterer Tod am Kreuz hat unser menschliches LeidKleid zum

HoffnungsKleid gewandelt. Vor unserem himmlischen Vater und vor der Welt bekennen wir: Unsere Hoffnung ist Jesus Christus. Schenken wir dieser Hoffnung in dem folgenden Gebet Ausdruck.

Beten wir gemeinsam:

A       Unsere Hoffnung ist Jesus Christus:

Der Gekreuzigte ist auch der Auferstandene.

Unsere Hoffnung ist die unzerstörbare Würde des Menschen: Die Würde der Frau, die Würde des Mannes, die Würde des Kindes, die Würde aller, die jetzt noch verspottet, missachtet, verfolgt und ohne Namen sind.

Unsere Hoffnung sind unsere Kinder, die von uns verlangen, dass Zukunft anfängt.

Unsere Hoffnung sind junge Menschen, die nicht zufrieden sind, mit dem was ist, die träumen von einer Welt, wo Hände teilen und Worte Wahrheit sind.

Unsere Hoffnung sind Familien, wo nicht unterdrückt und nicht verraten wird: Wo eine Sprache der Menschheit gesprochen wird.

Unsere Hoffnung ist, dass Kindern behutsam Wege gezeigt werden: Wege der Menschen, Wege zu Gott.

Unsere Hoffnung ist, dass Menschen ihre Konflikte nicht mit Gewalt lösen, dass Feinde ihre Waffen niederlegen und miteinander sprechen.

Unsere Hoffnung ist, dass Frieden geschenkt wird, weil sich versöhnt: Der Mensch mit sich selbst – der Mann mit der Frau, der Feind mit dem Feind

- der Mensch mit Gott.

Unsere Hoffnung ist, dass der Mensch wieder lernt für diese Erde ein guter Gärtner zu sein, ein Hüter des Lebens, einer, der baut und gestaltet.

Unsere Hoffnung ist Kirche, die nicht mehr gespalten und zerteilt ist. Unsere Hoffnung ist die Einheit der christlichen Kirchen.

Unsere Hoffnung ist Kirche als Ort der Verheißung, als Ort, wo der Mensch spricht mit dem Menschen wie ein Mensch, als Ort, wo der Mensch spricht

mit Gott wie mit einem Freund.

Unsere Hoffnung ist, den Weg zu gehen, den Maria gegangen ist, die unter dem Kreuz gestanden war, die auch die war, die mit den Jüngern den Geist Gottes erwartet hat.

Unsere Hoffnung und unser Glaube ist: Jesus Christus, der Gekreuzigte ist auch der Auferstandene.

Video | 6. Station | Kirche St. Markus in Ransbach

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6. Station - Kirche St. Markus

 

L       Wir beten Dich an Herr Jesus Christus und rufen zu Dir:

A       Mein Jesus!

Die Last des Kreuzes lag auf Deinen Schultern.

Gib mit die Kraft zu tragen, was ich tragen kann.

Gib mir die Ausdauer, meine Last zu tragen, wenn ich aufgeben will.

Hilf mir, wenn ich unter meiner Last schwanke.

Bewahre mich vor Verzweiflung.

Bewahre mir den Glauben: Im Kreuz ist Erlösung.

Gepriesen bist Du Herr Jesus Christus.

Denn durch Dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

Impulsgedanke

V       Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. (Joh 12,32)

Einleitungsgedanke

V       Hoch aufgerichtet hängt Jesus am Kreuz. Ohnmächtig und einsam zwischen Himmel und Erde hängt er, buchstäblich, in der Luft.

Es ist fast schon eine Ironie: Ein Mensch, der versucht hat, andere Menschen von ihren Lasten und Leiden zu befreien, ihnen ihre Kreuze zu nehmen; er, der versucht hat, den Menschen seinen Glauben an Gott zu vermitteln, damit sie nicht mehr in der Luft hingen, sondern einen Halt an Gott hätten; dieser Mensch, der hängt nun plötzlich selber in der Luft und am Kreuz.

Er wurde gekreuzigt von den Menschen, denen er nur helfen wollte.

So hängt er zwischen Himmel und Erde, den Händen der Menschen entrissen.

Sie können ihm nichts mehr antun.

Sie können aber auch nichts mehr für ihn tun.

Mit dem verzweifelten Todesschrei auf den Lippen hat Jesus sein Gesicht zum Vater gewandt. Der Weg Jesu hat sich vollendet. Das Kreuz hat die Grenzen bereits durchstoßen. Der Tod am Kreuz hat die Mauern der Schuld des Menschen bereits durchbrochen, den Weg zu Gott wieder freigemacht.

(nach der 12. Station des Kreuzwegs im Franziskanerkloster Dorsten)

Gebet

L       Herr Jesus Christus, in Deinem schrecklichen Kreuzestod hast Du uns Befreiung von Schuld, Versöhnung mit dem Vater und Hoffnung auf ein vollendetes Leben bei ihm geschenkt. Lass uns darum immer wieder neu auf Dein Kreuz schauen, damit uns daraus Orientierung, Stärkung und Mut für unseren Weg einer aufrichtigen Nachfolge erwachsen. Amen.

Gebet

L       Beten wir gemeinsam:

A       Dein Kreuz ist Zeichen der Gnade,

das meinen Mangel ausfüllt,

mich umfasst in Liebe und Erbarmen,

mich aus meinen Tiefen aufrichtet

und aufnimmt

in der Zerrissenheit meines Wesens

meiner Sünde und Schuld.

Dein Kreuz ist Zeichen der Vergebung,

der Versöhnung und Erlösung,

ist gnädige Verschonung,

Rettung ins Leben,

Weg in die Zukunft,

durch das Du mir Vergebung

Heilung und Frieden schenkst,

mich annimmst und zurückbringst

in das ursprüngliche Einssein mit Dir. (Benedikt Werner Traut)

 

Vater unser

V       "Das Gebet ist die Tür aus dem Gefängnis unserer Sorgen", schrieb der evangelische Theologe Helmut Gollwitzer.

All unsere aus- und unausgesprochenen Sorgen bringen wir im Gebet des Herr vor ihn.

A       Vater unser .....

 

Segensgebet

V       Wir bitten um Gottes Segen:

Herr, unser Gott, durch den Tod Deines Sohnes am Kreuz hast Du Dich mit uns sündigen Menschen versöhnt.

Stütze in den Dunkelheiten unseres Lebens diesen Glauben.

Schenke uns die Fülle Deines Erbarmens, gewähre uns Deine Hilfe und stärke uns durch Deine Gegenwart.

Dazu segne uns der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

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