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"Natur von klein auf"

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„Natur von klein auf“

Katholische Kita St. Marien Sessenbach ist beispielhaft für die Region

Das Einweihungsgeschenk des Elternbeirates zum Abschluss des Innenausbaus der katholischen Kindertagestätte Sankt Marien Sessenbach im Oktober 2019 war ein Hochbeet. Dort hat nun die Köchin der Kita ihre täglich benutzten Küchenkräuter angepflanzt: Petersilie, Schnittlauch usw. Unter dem Motto „Natur erleben“ erfolgte danach bis in den Juli 2020 die Gestaltung des Außengeländes, das begeistert von der jungen Besucher/-innen der Kindertagesstätte angenommen wurde. Viele Hochbeete stehen nun rings um den Kindergarten. Der Spielplatz im Freien ist umsäumt mit einer wunderbar bunten Vegetation, die nur etwa zwei Mal im Jahr mit der Motorsense gemäht wird .Dazwischen sind Obstbäume gepflanzt - neben den gängigen heimischen Apfel, Birn- und Kirschbäumen auch etwas exotischere Sorten wie ein Nektarinen- und ein Pfirsichbaum. Insgesamt wurde auf Zwergbäume gesetzt, denn nicht die Masse der Ernte ist im Vordergrund, sondern die Vielfalt der Sorten, die Erreichbarkeit der Zweige durch die Kitakinder und die tatsächliche Verwertbarkeit - schließlich soll nichts verderben, alles weiterverarbeitet werden. Von Anfang an war die Köchin der Kita, Waltraud Bleß, mit in das Konzept eingebunden. Ihr macht es viel Freude zu sehen wie das ein oder andere, was die Kinder geerntet haben, von ihr in der Küche weiterverarbeitet, nachher von den Kindern im Essensraum verzehrt wird. Manchmal helfen die Kinder auch direkt bei der Verarbeitung mit, so wurde aus Äpfeln und Holunder Saft gekocht. Die Beerenernte ist als Nachtisch auf dem Speiseplan der Kinder verankert.  Einzelne Gruppen von Kinder und Erzieherin/-innen haben  Beetpatenschaften übernommen. Während der Pflege der Beete gibt es einiges zu entdecken. Auf den Bereichen mit Blühpflanzen tummeln sich viele Insekten und Schmetterlinge. Einzelne Pflanzenblätter und Blüten werden auch gesammelt und gepresst. So entsteht ein Naturführer in dem die Kinder die Pflanzen der Umgebung wiedererkennen und benennen lernen. Während der Beschäftigung mit den Anpflanzungen lernen die Kinder Kräuter wie Liebstöckel, Majoran, Pfefferminz, Salbei und Rosmarin kennen und später als Gewürz von Speisen zu schätzen. Auch wenn manche Aktivität zurzeit den Coronahygieneregelungen zum Opfer fällt, manches ist auch gut durchführbar: Zur Zeit steht die Lavendelernte an. Die violett blühende Pflanze wird von den Kindern und Erzieher/-innen geerntet, in einem der Gruppenräume ausgelegt und getrocknet, anschließend werden die Blüten und Stengel in herrlich duftende Säckchen eingenäht. Diese dürfen die Kinder mit nach Hause nehmen – als wohlriechendes Duftkissen z.B. als Schutz gegen Motten im Kleiderschrank. Jetzt im Monat September wird Erntedank gefeiert. Das was die Kinder draußen sehen und erleben spiegelt sich wieder in Aktivitäten im Innenbereich. Ein Tanz zur Sonnenblume wird erlernt; draußen wird ein Lied über den Apfel gesungen. Auch das Insektenhotel der Kita ist eine Besonderheit. Tatsächlich wird es von den Insekten angenommen. Schon in den zwei Monaten seines Bestehens sind viele Einschlupflöcher mit Lehm verschlossen. Die Künstlerin Ester Kröber hat die Insektenbleibe aus Holz und Ton mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Eine Schublade ist herausnehmbar und durch eine Glasscheibe kann man sogar einzelne Stadien aus dem Leben der Insekten von der Eiablage über die Verpuppung beobachten.  Auch an anderen Stellen in der Kita hat die heimische Künstlerin dem Etatposten „Kunst am Bau“ als festem Bestandteil im Kostenbudget des Kitaausbaus Leben eingehaucht. „Wir wollten keine abstrakte Kunst am Bau ohne unmittelbar erkennbaren pädagogischen Nutzen“ erläutert Kindertagesstättenleiterin Doris Kleudgen. „Die Kita Sankt Marien ist umgeben von Natur. Diese möchten wir den Kindern, die die Kita besuchen und deren Eltern nahebringen. Aber auch wir, die Erzieherinnen und Erzieher lernen immer noch etwas dazu und setzten uns mit verschiedenen Themen des Arten- und Naturschutzes auseinander. Die Liebe zur Natur soll in den Kindern von klein auf wachsen.“ So entdecken die Kindergartenkinder im Haus die Pflanzen von draußen wieder, als Fotoboard an der Wand des Essensraumes, als Umriss überall im Haus verstreut an den Trennglaswänden. Die Eltern können sich über die heimische Flora und Fauna u.a. an Postern an den Wänden informieren. Aber eines der schönsten Erlebnisse ist es sicherlich, wenn man -egal ob Groß ob Klein- von den  Beeren an den Sträuchern, die direkt am Eingang der Kita stehen naschen kann.  Das taten auch Mitglieder der Gruppe Umwelt-EMAS der katholischen Pfarrei Sankt Peter und Paul im Kannenbäckerland  sowie der Ortsausschuss des Kirchortes Nauort, die das Projekt unlängst besichtigten. Etwas Beispielhaftes  ist da für die Region im Zuge der Errichtung des Anbaus an die Kita Sankt Marien Sessenbach  entstanden, die im Jahr 2017 ihr 25. Jubiläum feierte. Das ganze Projekt wie auch die Gestaltung des Außengeländes stand dabei unter Bauträgerschaft der Ortgemeinden Alsbach, Caan, Sessenbach und Wirscheid.

(Fotos/Artikel:-sp-)

(Um mehr Fotos zu sehen: Auf den Button/das kleine Bild oben rechts "Umriss Berg und Sonne" klicken)

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