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Plastikfrei - Wir sind dabei?

Plastikfrei - Wir sind dabei?
Plastikfrei - Wir sind dabei?

Am 29.11.2019 lud das Umweltteam der Pfarrei St. Peter und Paul im Kannenbäckerland zu einem Vortrag über das Umweltproblem „Plastik“ ins Pfarrheim in Höhr-Grenzhausen ein.

Nach der Begrüßung durch die Organisatorin Ilse Schild zeigte der Leiter des Umweltteams, Rudi Himmerich, einen kurzen Film, in dem anschaulich erklärt wurde, was Plastik ist und in welchen Lebensbereichen es eingesetzt wird.

Anschließend folgte ein Vortrag von Achim Trautmann, Regionalpromotor für öko-soziale Beschaffung beim BUND Koblenz, mit eindrucksvollen Zahlen und Statistiken.

Ab ca. 1950 wurde Plastik zum Massenprodukt und als preiswertes, hygienisches und sehr vielseitiges Material in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt. Problematisch daran ist bei der Herstellung der hohe Verbrauch von Erdöl, dessen weltweite Vorkommen begrenzt sind, das Entstehen von CO2 (und die damit verbundene Klimabelastung) und die Entsorgung, da Plastik sich in der Natur nur sehr schwer zersetzt.

Mittlerweile wird ein Teil des Plastikmülls wiederverwertet, jedoch gerät ein großer Teil als Mikroplastik in die Umwelt, z.B. durch Reifenabrieb, aus Kosmetika oder beim Waschen von Kunstfaserbekleidung. Die Verschmutzung von Böden und Binnengewässern durch Mikroplastik ist geschätzt 4- bis 23-mal so hoch wie im Meer. Da Pflanzen die mikroskopisch kleinen Kunststoffteile aufnehmen, gelangt es so auch in die Nahrungskette des Menschen. Auch über Fisch, Meeresfrüchte, Salz und Getränke (Mikroplastik im Wasser) nehmen wir es auf. Ebenso atmen wir es mit Feinstaub oder als Abrieb von synthetischen Teppichböden und Textilfasermöbeln mit der Raumluft ein.

Bei der Herstellung von Plastik werden außerdem viele Chemikalien, wie Weichmacher, verwendet, die z.T. giftig sind und nach und nach wieder abgegeben werden. Man findet sie z.B. in Bodenbelägen, Kinderspielzeug, Gymnastikbällen, Schläuchen, Regenkleidung, Kosmetika wie Shampoo, Seifen, Cremes, Deos. Bisphenol A in Mikrowellengeschirr, Getränke- und Konservendosen steht im Verdacht, Krebs zu verursachen und greift in den Hormonhaushalt ein. Diese Chemikalien müssen vom Hersteller nicht ausgewiesen werden.

Ebenso problematisch sind synthetische Textilien, die in der Herstellung und auch in der Entsorgung besonders umweltschädlich sind. Sie machen 15% der jährlichen Plastikproduktion aus. Die Textilindustrie ist einer der größten Verschmutzer von Grundwasser.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu informieren und seinen eigenen Plastikkonsum zu reduzieren, z.B. mit dem Produktcheck TOXFOX vom BUND oder Kauf in Unverpackt-Läden. Achim Trautmann nannte weitere Websites: das Clean River Project, ebenfalls von BUND, WaterLove und die Möglichkeit, eine Trinkflasche unterwegs an Refill Stations kostenlos mit Leitungswasser zu befüllen.

Weitere Handlungsoptionen für das Umweltteam wären Information in öffentlichen Einrichtungen, z.B. Kindergärten, Schulen, Zweite Heimat, zum Kauf umweltfreundlicher Produkte wie Getränke, Lebensmittel, Spielzeug, und Bildungsarbeit über Veranstaltungen und Vorträge. Außerdem könnte das Thema in Messdiener- und Firmgruppen bearbeitet werden. Die Kinder könnten auch an den Einzelhandel oder die Politik herantreten, um auf ein Umdenken hinzuwirken.