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26.02.2026

Projekte in PeriPeri

Jahresrückblick 2025 II – Projekte in Periperi
Bildungsarbeit: Die Schulen des Grupo Liberdade Já

Die drei Schulen des Grupo Liberdade JáSanto Antônio, Nova Constituinte und Semente da Libertação – bestehen weiterhin und leisten auch im Jahr 2025 einen wichtigen Beitrag zur Bildung von Kindern in Periperi.

In den Schulen werden bewusst pädagogisch sinnvolle inhaltliche Schwerpunkte gesetzt. Feste und Aktionen dienen dabei nicht nur der Freude, sondern immer auch der Wertevermittlung, sozialen Bildung und Bewusstseinsarbeit, etwa durch die Auseinandersetzung mit kulturellen Gedenktagen wie dem Dia dos Povos Indígenas, dem Dia da Consciência Negra oder anderen folkloristischen Festen, die die vielfältigen kulturellen Wurzeln Brasiliens sichtbar machen. Diese Herangehensweise verbindet kindgerechte Freude am Feiern mit der frühzeitigen Förderung eines sozialen und demokratischen Bewusstseins.

Im vergangenen Jahr waren die Schulen zeitweise von der Schließung bedroht. Unter anderem dank der Unterstützung aus Deutschland, des großen Engagements vieler Helferinnen und Helfer vor Ort sowie der Durchführung notwendiger Renovierungsarbeiten konnten die behördlichen Auflagen erfüllt werden. Dadurch war es möglich, den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten und die Arbeit wie gewohnt fortzusetzen.

Diese Entwicklung zeigt eindrücklich, wie wichtig internationale Solidarität und verlässliche Partnerschaften für die Bildungsarbeit vor Ort sind.

Soziales Engagement in São Francisco

Im Kirchort São Francisco, der zur Pfarrei gehört, ist weiterhin eine ehrenamtliche Gruppe aktiv, die sich den Bedürftigsten verschrieben hat – ganz im Geist Miralvas, die dieses Engagement über viele Jahre geprägt hat und auch hier in Deutschland noch in Erinnerung ist. Nach einem Schlaganfall ist Miralva pflegebedürftig und lebt inzwischen bei ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn William in einem anderen Stadtteil Salvadors.

Das Engagement reicht heute von Computerkursen und Sozialberatung für Seniorinnen und Senioren bis hin zur monatlichen Ausgabe von Lebensmittelpaketen an bedürftige Familien. Dieses Projekt macht deutlich, dass Armut in Brasilien noch lange nicht überwunden ist und wie stark die Gesellschaft bis heute unter den Nachwirkungen von Kolonialismus, Sklaverei, Militärdiktatur, Rassismus und oligarchischen Machtstrukturen leidet.

Dank der Spendengelder aus Deutschland ist es möglich, die Lebensmittelpakete zu den christlichen Hochfesten Ostern (Páscoa Sem Fome) und Weihnachten (Natal Sem Fome) würdevoller zu gestalten.
Zu Ostern wird – wenn möglich – dem Essenskorb ein Schinken beigelegt.
Zu Weihnachten enthielt das Paket im vergangenen Jahr zusätzlich zu den Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Reis, Bohnen und Milchpulver auch Kekse, einen Panettone sowie 2 kg Hähnchenfleisch.

In den übrigen Monaten ist das vollständig ehrenamtlich getragene Projekt jedoch teilweise finanziell stark gefordert. Dann müssen einzelne Bestandteile der Pakete reduziert werden. Ein Lebensmittelpaket erhalten die 70 registrierten Familien jedoch jedes Mal.

Das Natal Sem Fome fand am 22.12.2025 statt. An diesem Tag konnten sogar 125 Lebensmittelpakete – in typischen brasilianischen Plastiktüten – verteilt werden. Padre Oliveira, der trotz eigener gesundheitlicher Einschränkungen weiterhin als Vikar in Periperi tätig ist, segnete die Lebensmittel vor der Ausgabe und dankte in seiner Ansprache den vielen Helferinnen und Helfern aus der Nähe und aus der Ferne. Dieser Dank gilt ausdrücklich auch Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender.

Natal das Crianças

Dieselbe ehrenamtliche Gruppe organisiert jedes Jahr das Natal das Crianças. Auch hier leisten die Menschen aus dem Kannenbäckerland jedes Jahr einen wesentlichen Beitrag. Bedürftige Familien können ihre Kinder vorab registrieren. Am Natal das Crianças erhalten die Kinder dann in feierlicher Atmosphäre eine Geschenktüte. Für manche Kinder bleibt dies das einzige Weihnachtsgeschenk, das sie erhalten.

Gesundheitsposten

Auch am Gesundheitsposten mussten im Jahr 2025 Renovierungsarbeiten vorgenommen werden, insbesondere an Außenwand und Dach. Inzwischen ist das Gebäude wieder dicht und der Betrieb kann wie gewohnt stattfinden.

Während der regulären Öffnungszeiten am Vormittag leisten Luciene und Neuildes wertvolle Arbeit: Sie messen Blutzucker, kontrollieren den Blutdruck, wechseln Verbände, geben Medikamente aus und haben vor allem ein offenes Ohr für die Sorgen der meist älteren Menschen, die diesen Gesundheitsposten aufsuchen. Dieser liegt in einer der ärmsten Gegenden von Periperi.

Monatlich werden zudem thematische Gesundheitskampagnen durchgeführt (z. B. „Gelber September“, „Rosa Oktober“), zu denen Informationsveranstaltungen vor Ort angeboten werden. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten finden zweimal wöchentlich Sprechstunden einer Psychoanalytikerin statt, wodurch das Angebot sinnvoll ergänzt wird.

Sozialpädagogische Arbeit in Vista Alegre

Ein weiteres von uns unterstütztes Projekt befindet sich in Vista Alegre, im Kirchort São José Operário, einer Comunidade der Pfarrei in Periperi. Die Arbeit wird unter anderem von Selma getragen, die bereits 2015 als ehrenamtliche Betreuerin beim Jugendaustausch zwischen den Pfarreien in Höhr-Grenzhausen und Periperi engagiert war.

Derzeit werden dort sozialpädagogische Zusatzangebote im Rahmen der Ganztagsbetreuung durchgeführt. Schülerinnen und Schüler, die vormittags die Schule besuchen, kommen am Nachmittag zu den Aktivitäten ins Gemeindezentrum. Kinder und Jugendliche, die am Vormittag im Gemeindezentrum betreut werden, gehen nachmittags in die Schule.

Dienstags und donnerstags finden jeweils vormittags und nachmittags Workshops für Kinder und Jugendliche statt. An den übrigen Wochentagen nehmen die Verantwortlichen – je nach Planung – an Fortbildungen teil oder organisieren und begleiten Theaterbesuche, interkommunale Austausche, pfarreiübergreifende Treffen sowie Kino-, Bibliotheks- und Museumsbesuche. Ebenso gehören die Teilnahme an Festivals, Foren, Räten, Seminaren, Konferenzen und Kunstausstellungen zum festen Bestandteil der Arbeit.

Darüber hinaus beteiligt sich das Projekt an kulturellen und gesellschaftlichen Aktionen, etwa an symbolischen Demonstrations- und Gedenkwegen wie dem „Gritinho Mirim dos Excluídos“, gemeinsam mit den Gemeindeschulen des Subúrbio und in Kooperation mit Museen. In diese Aktivitäten sind sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Sozialpädagoginnen und -pädagogen eingebunden.

Jugendliche und junge Erwachsene werden zudem in das Programm „Jovem Aprendiz“ vermittelt, einem staatlichen Ausbildungs- und Beschäftigungsprogramm, das sich an Jugendliche und junge Erwachsene richtet.

Aktuell werden in Vista Alegre 58 Kinder und Jugendliche gemeinsam mit ihren Familien begleitet.

Dank

Der Jahresrückblick 2025 zeigt: Trotz großer Herausforderungen konnten Bildungs-, Gesundheits- und Sozialprojekte in Periperi und den zugehörigen Kirchorten weitergeführt und stabilisiert werden. Dies war nur möglich durch das Zusammenwirken lokaler Ehrenamtlicher und die verlässliche Unterstützung aus Deutschland.

Ein herzlicher Dank gilt allen Spenderinnen und Spendern, Helferinnen und Helfern sowie allen Menschen, die diese Arbeit mittragen – nah und fern.

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